Gebt mir ein konsistentes Datenmodell der Welt und ich hebe sie aus den Angeln.
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Gebt mir ein konsistentes Datenmodell der Welt und ich hebe sie aus den Angeln.
Niederschmetternd viele Menschen sehen Kitsch und rufen entzückt “Romantik!” Ein Pudel ist eben kein Wolf.
Alle Überlegungen, eines fernen Tages in die Schweiz auszuwandern, sind obsolet, seit ich mir klar darüber wurde, dass schweizer Tastaturen mir verwehren würden, korrektes deutsch zu schreiben. Eine Straße ist keine Strasse, ein Gruß kein Gruss.
Mir scheint, die Nase ist der letzte Ort, in dem Haare noch Haare sein dürfen und weder Rasierer noch Wachs zu fürchten haben. Steht womöglich ein Massen-Exodus aller Haupt-, Scham– und Beinhaare in diese letzte sichere Zone bevor?!
Notiz an mich selbst: im Jenseits einen Termin bei Freud erbitten, um ihn zu fragen, was es bedeutet, dass Männer mit langen Nasen so ungemein anziehend sind. Besser man erfährt’s zu spät, als nie.
Ist es ein besorgniserregendes Zeichen, wenn man gerade aus dem Faust-Museum in Knittlingen kommt, noch über den berühmt-berüchtigten “Aeormanten, Pyromanten, Necromanten und Schwarzmagier” sinniert und einem dabei eine Katze vor die Füße läuft, die auf nur drei Beinen durchs Leben humpelt? Die sich dann vor einem auf dem Boden wälzt und sich mit ihrem vierten (Phantom-)Bein versucht, hinter den Ohren zu kratzen?
Heute vor dem Schlafengehen werde ich auf harmlose Lektüre setzen, die mich von finsteren Gedanken über dunkle Künste ablenkt. Clever & Smart. Der Fänger im Roggen. PC Games. Was auch immer.
Am Horizont trafen flimmernd Blau und Ocker aufeinander. Träge und still schleppte der Tag sich dahin. Ich suchte Schutz vor der drückenden Hitze. Im Schatten eines Gebäudes vernahm ich eine fremde Stimme. Verheißungsvoll sprach sie, nicht zu mir, sondern zu der Welt, zu allen, die sie hören wollten. Geheimnisvoll waren ihre Worte, wie die Ornamente an der Wand. Lieblich war der Klang, jede Pause zwischen ihren Sätzen eine Unerträglichkeit.
Das Orakel von Kairo — nie hatte ich davon gehört, nun hatte ich es gefunden. Ich wusste, was sie nicht meinte, aber verlor mich in meinen Gedanken, in meinen Träumereien. Kostbar wie erfrischendes Wasser war mir jede ihre Silben und begierig nahm ich sie auf. Gedämpft erklang ihre Stimme durch die Wände und ich wagte nicht, nach innen zu gehen. Zu gern wollte ich sie sehen, aber um keinen Preis gesehen werden.
Ich kam wieder und wieder und lauschte ihren Worten und ihren Pausen. Alle geträumte Welt konnte ich heraushören aus ihrem Sprechen, wohl wissend, dass ich mich täuschte. Nicht mir galten die Versprechen. Versprechen waren es nicht einmal, nur lose Gedanken. Aber sie trösteten mich. Sie eröffneten mir einen Lustgarten, weitaus wirklicher als der Ort, an dem ich stand. Wie gern verlor ich mich im saftigen Grün und hielt ihre zarte Hand!
Eines Tages, als ich weder kam und darauf hoffte, sie zu hören, blieb es still. Nichts als meinen Herzschlag konnte ich vernehmen. Das Warten wurde nicht belohnt. Mit der Stimme waren die Träume verloren. Langsam begriff ich: nun erst verkündete das Orakel eine Wahrheit, ein schmerzhaftes “Nein”. Sie ließ keinen Zweifel daran, was sie meinte — indem sie beharrlich schwieg.
Das Orakel von Kairo ist verstummt…
Wanderer auf Kopfesreisen, sucht nicht, findet nicht, reist und steht doch stille.
Auf der Suche nach Schatten, um der sengenden Sonne zu entgehen, auf der Suche nach Wärme und Schutz vor der Kälte der Abenddämmerung, führten die Schritte zu dem immer selben Ziel.
Ewig fern und doch in Gedanken stets so nah, das Orakel von Kairo.
Lausche der Worte, lies die Ornamente, ertrage ungeduldig das Schweigen!
Es spricht, es sprach, es schweigt — jedes Wort und jede Stille ein Geheimnis.
Ich wusste, was es nicht meinte, als es sprach, aber liebte es, mich in Träumereien zu verlieren.
Die Schatten werden länger, lastender die Hitze und es schwinden alle Zweifel:
Das lange Schweigen kann nur eine Bedeutung haben, das Orakel von Kairo spricht erstmals klar und unmissverständlich, indem es seit Tagen schweigt!
Das Orakel von Kairo… schweigt.